St.Petersburg

Ankunft

Aus dem Gewimmel am Baltischen Bahnhof schlage ich mich mit mehreren Taxen und etlichen Flüchen zum IMOP am anderen Ende der Stadt durch. IMOP die russische Abkürzung für "Institute of International Education Programms" und gehört zur St.Petersburg State University. Es gibt hier sehr viele ausländische Studenten, die nicht nur Sprachkurse machen, sondern ihr komplettes Studium hier absolvieren. Am Institut empfängt mich Viktor, der sich um die internationalen Gäste kümmert, was Unterkunft, Sprachkurs, Visaangelegenheiten, usw. angeht.

Wohnen werde ich bei Olga, einer netten, alten Babuschka, die mich auch noch mit Frühstück versorgt. Sie wohnt nur wenige 100 m vom Institut entfernt. Ich schnappe mein Gepäck und mache mich auf die Suche nach Olgas Plattenbau. Auf der Strasse fallen mir fast ausschliesslich klapprige, teilweise schon zerfallene Autos meist aus russischer Produktion auf. Ausserdem rollen noch einige stinkige, nicht weniger klapprige Lkw vorbei. Nur ab und an blinkt ein Mercedes-Stern oder die BMW-Plakette auf.


Wohnen in
St.Petersburg

Mit meinem ganzen Gerödel renne ich erst einmal um mehrere nicht gerade mit Ansehnlichkeit gesegnete 12-stöckige Plattenbauten herum und finde weder Hausnummer noch Eingang. Schliesslich gelange ich hinter einem der Plattenbauten an eine Stahltür, die wie eine Kellertür aussieht. Nebendran ist ein Tastenfeld, um den Wohnungscode zu wählen. Ein Schloss für einen Schlüssel gibt es nicht. Also tippe ich Olgas Wohnungsnummer ein. Olga geht ran und gibt mir die Etagennummer durch. Was sich jetzt abspielt, ist wie in einem schlechten Film. Der von aussen schon nicht gerade vor Ästetik strotzende Plattenbau offenbart mir nun sein tiefstes Inneres. Im dämmrigen Licht des Treppenhauses jammert mir eine völlig verrottete Batterie von Briefkästen entgegen. Der Anblick der beiden kleinen Aufzüge ist gespenstisch. In der Hoffnung, dass mich der Aufzug zu Olga und nicht in die Unterwelt bringt, betrete ich die kleine Kabine. Sämtliche Beschläge sind verbogen und verkratzt. Die Kunststoffknöpfe sind bis zur Unkenntlichkeit degeneriert. Keine Ahnung wo ich jetzt für die 9. Etage drücken muss. Die Reihenbildung im Feld der Etagennummern verlangt mindestens ein Semester Höhere Mathematik oder Statistik. Wahrscheinlich haben die Russen deshalb so viele gute Mathematiker hervorgebracht.
Plattenbau Tasten

Mit lautem Geklapper geht die Aufzugtür auf. Es stinkt wie Iltis nach Moder und verkochtem Essen. Die Wände sind in seichtem Grün gehalten, der Fussboden mit (mittlerweile) pastellfarbenen PVC-Platten ausgelegt. Hinter einer klapprigen Glastür empfängt mich schliesslich Olga, eine über 70 Jahre alte Russin, von kleiner aber drahtiger Statur, die hier oben ihr kleines Reich hat. Sie arbeitet für eine amerikanische Firma als Verkäuferin für Drogerieartikel und Lebensmittel. Da sie nur Russisch spricht, rate ich meistens, was sie denn wohl meint. Sie zeigt mir mein Zimmer mit Bett, Schrank, und breitem Fensterbrett zum Schreiben.
Aufzug Briefkästen Zimmer Bongo
Aufzug Olga und Tom

Beim Rundgang durch Olgas Wohnung setzt sich das Trauerspiel sozialistischer Wohnsubkultur fort. Risse in Decken und Wänden, widerlichster PVC-Belag, klapprige Türen, abblätternder Lack, durchgetretener Fussboden. Nach der harten Nacht im Bus freue ich mich auf eine warme Dusche. Die Freude verfliegt jedoch seltsamerweise beim Anblick der Badezimmers. Olga erzählt mir was von "tolka chalodnaja woda". Als ich dann duschen will, erfahre ich dann, was es heisst: "Nur kaltes Wasser." - Meine erste Russischlektion. Das warme Wasser wird wohl jeden Sommer im ganzen Stadtteil für einen Monat abgestellt. Einmal an die kalte Dusche gewöhnt, wird im Plattenbau nach zwei Wochen nun auch das kalte Wasser abgestellt, d.h. kein fliessend Wasser, njet wadoi. Olga ist inzwischen auch verschwunden, vermutlich auf die Datscha. Als ich nach drei wasserlosen Tagen und einer Nacht im Internetkaffee alles andere als wohlriechend zurück in die Wohnung komme, ist immer noch kein Wasser da und von Olga auch keine Spur. Als ich im Institut Bescheid sage, darf ich die nächsten 2 Nächte im Wohnheim schlafen. Dort gibt es mittlerweile sogar wieder warmes Wasser. Die Zustände und der Anblick des Verfalls in der Wohnung und der ganzen Umgebung schlagen mir aufs Gemüt. In meinem nächsten Leben werde ich Baggerfahrer bei einem Abrissunternehmen oder Bomberpilot.
Decke Lüftung Kochecke
Boden Fenster Küchentisch
Stileben aus Bonbonpapier Kühlfrank Heizkörper


Die Sprachschule

Vor mir liegen 4 Wochen Russischunterricht. Das muss reichen, um in Irbit eine gebrauchte Ural zu kaufen und durch Russland zu fahren. Mit mir im Kurs sind: Andrew, ein Kanadier, der bei einem Sicherheitsunternehmen arbeitet; Chingia, eine Chinesin, die in Kanada studiert und von ihrem Professor nach St.Petersburg geschickt wurde; und Andrew, ein US-Amerikaner der in seinen Collegeferien diesen Kurs belgt, um dafür Credits zu bekommen. Sveta, die Lehrerin, ist Russin und hat kürzlich ihren Ph.D. gemacht. Sie hat schon 6 Jahre Lehrerfahrung und ist häufig in Europa unterwegs. Der Unterricht ist gemischt Englisch und Russisch, da wir alle ziemliche Anfänger sind. Es gibt erst einmal ein Portion Grammatik und dann einige Übungen dazu und Dialoge. Jeden Tag sind 4 Stunden Unterricht angesagt. Hausaufgaben gibt es natürlich auch.

Das Tempo im Unterricht wechselt häufig. Mal wird viel erzählt, mal geht es zügig voran. Vor allem geht es um Grammatik. Obwohl ich schon ein halbes Jahr vorher Privatunterricht in Heidelberg hatte, bin ich nach den ersten 3 Wochen Sprachkurs immer noch nicht fit für die Strasse. Ich verstehe kaum was die Leute sagen und mir fehlen viele alltägliche Ausdrücke. Aber irgendwie hangele ich mich schliessliche doch durch.
IMOP Klasse

Der Unterricht findet in dem Institut statt, einem grossen, 10stöckigen Gebaude. Ein Flügel ist als Lehrtrakt mit Unterrichtsräumen und Büros ausgelegt, der andere dient als Wohnheim. Unten im Gebäude gibt es eine Kantine, die sich durch den muffigen Geruch schnell finden lässt. Bei der Atmosphäre und dem Essen komme ich mir vor wie im Knast. Es gibt auch nur Gabeln und Löffel. Nachdem ich dort zweimal das edle Mal geniessen durfte, entschliesse ich mich dazu doch woanders essen zu gehen.

Das richtige Knastfeeling kommt jedoch erst auf, als ich Roman, einen Student aus Palästina, kennenlerne und ihn im Wohnheim nebenan, dem legendären Obschedschitje trinadzad (Wohnheim Nr 13), besuche. Der Anblick des Wohnheims von innen und von aussen führt einen den Begriff Baufälligkeit ohne weitere Erklärung in seiner tiefsten Ausprägung vor Augen. Ich frage mich ob es in Russland ein Importverbot für rotweisses Flatterband gibt, da das Gebäude noch nicht gesperrt ist. Aussen fällt der Putz in Klodeckel-grossen Fladen ab. Die Flure sind dunkel, so dass man die Daumen-breiten Risse in den Wänden nicht so schnell erkennt. Die 2er Zellen, äh Zimmer, sind klein und muffig. Irgendwo auf dem Flur ist ein Gasherd und die Inhaftierten, äh die Studenten, kommen einem mit heissen Bratpfannen entgegen gelaufen. Vor dem Gebäude lungert ein Rudel Schwarzfrikaner herum, die wahrscheinlich nichts Böses im Schilde führen, mir aber doch ein gewisses Unbehagen einflössen. Doch zum Glück wohne ich bei der guten Olga, die mich morgens mit Buchweizenmast "verwöhnt". Hier habe ich die Ruhe zum Lernen und für weitere Planungen.
Spiegel Obscheschitje Trinatzad


Essen und Trinken

Gleich um die Ecke ist der Nachodka, ein 24h-Supermarkt, wo ich meistens auf dem Nachhauseweg 'einkehre'. Hier sehe ich, wie die Prioritäten in der Grundversorgung gesetzt sind. Direkt nach dem Eingang gehe ich an einem 6 m langen Regal mit Flaschen klaren Inhaltes vorbei. Dann kommen Regale mit Bier, Fleisch, Butter und Mayonnaise, eine lange Fleischtheke, eine lange Wursttheke, eine lange Fischtheke und schliesslich noch Regale mit Brot und Waffeln. Dazwischen verlieren sich Randprodukte wie Wasser, Obst, Saft, Konserven, Nudeln, Reis, usw. Pommes gibt es im Tielkühlfach als Schüttgut zum Selbstabwiegen. Ca. 70 % der Waren im Supermark sind Fleisch oder Fett in Form von Butter oder Öl. Die Russische Sprache unterscheidet nicht zwischen Butter und Öl. Beides ist Grundbestandteil von fast allen Rezepten. Auch die "leckere" Buchweizenmast bei Olga wird mit einem Stich Butter "verfeinert". Hat für mich den Vorteil, dass ich das Zeug schneller runter kriege. Das aufgedruckte Datum auf den abgepackten Produkten liegt meist in der Vergangenheit und bezeichnet eigentlich das Herstelldatum, auch wenn manche Produkte so aussehen als wenn es das Verfallsdatum wäre. Die Russischlehrerin sagte sie würde keine Wurst mehr in Russland essen, da dort Ratten drin sein könnten. Gar nicht mal so abwegig, wenn ich mir so einige Sachen betrachte. Auch warnt sie bei dem warmen Wetter vor dem Verzehr von Blinis (Crepes) und Schawerma (Wickeldöner, ähnlich Yufka-Döner) an den Strassen-Kiosken. Wir wissen schliesslich noch nicht, was Kohletabletten auf Russisch heisst.

Bongo Nun fällt es mir jedoch schwer den Verlockungen der kleinen Blinibuden an den Metrostationen trotz aller Warnungen zu widerstehen. Immerhin essen da jede Menge Leute. Die Blini würden bei uns als Crepes durchgehen und werden, wie bei uns, mit allem möglichen gefüllt. Neben der klassischen Schinken-Käse-Füllung trifft man auch auf Füllungen mit verschiedenen Salaten, Lachs, Schweinebraten und sogar Kaviar. So ein Blin-Pfannkuchen kosten meist zwischen 1 und 2 Euro und ist eine leckere Sache und macht darüberhinaus auch gut satt. Die obligatorische Portion Fett ist natürlich auch enthalten, wie man an den glänzenden Fettfingern hinterher sieht. Den ersten Blin probiere ich mit Lachs, Dill und Creme-Fraiche. Ausser dass der Blin furchtbar heiss ist und ich ihn immer von einer Hand in die andere werfen muss, schmeckt er superlecker. Bisher musste ich auf jeden Fall noch nicht im Wörterbuch nachschlagen, was Kohletabletten heisst. Zum Abschied aus St.Petersburg, werde ich mir wohl mal einen Kaviar-Blin antun.

Trotz des vielen Fettes in der Nahrung möchte ich die Menschen hier jedoch nicht als dick bezeichnen. Sicher gibt es ein paar russische Bären und typische Matkas. Viele junge Menschen sind jedoch normal schlank, mit Ausnahme einiger modebesessener Frauen, die lediglich bis Windstäke 3 das Haus verlassen dürfen. Durch die ausladenden Strassen muss man viel zu Fuss laufen. Das hält fit und schlank. Und ausserdem kann man ja noch rauchen, das hält auch schlank(?).

Was das Frühstück bei Olga angeht, haben Olga und ich doch eher unterschiedliche Geschmäcker. Noch nicht ganz wach sitze ich den ersten morgen vor einem Riesenteller schleimigen Breis, so eine Art Haferschleim. Anstandshalber gebe ich mich der Mast hin und versuche Olga zu erklären, dass ich morgens doch eher was kaltes frühstücke, wie Brot mit Marmelade. Das Ergebnis ist, dass sie es die nächsten Tage mit anderen Breisorten probiert, bis ich schliesslich den Löffel abgebe, äh, nicht mehr alles runterkriege. Jetzt kaufe ich mir selber mein Frühstück, Müsli und Milch. "Da kann man nicht viel verkehrt machen", denke ich. Doch jetzt ist mir schon zum zweiten Mal die Milch im Kühlschrank vor dem angegebenen Verfallsdatum sauer geworden.

Beim Wodka, habe ich mir sagen lassen, soll ich mindestens 120 Rubel (ca. 4 EUR) für die Flasche investieren. Wer hier zu sehr aufs Geld guckt, sieht es bald vielleicht gar nicht mehr. Wodka trinkt man bekanntlich nur beim Essen bzw. man isst immer beim Wodkatrinken. In der Öffentlichkeit zeigt man sich jedoch meist mit Bierdose am langen Arm. Egal ob Frau oder Mann, was den Koreanern ihr Händi, ist den Russen die Bierdose - stets dabei, wenn man aus dem Haus geht, egal ob morgens oder abends. Dem hab ich mich bei dem sonnigen Wetter heute auch mal angepasst - mit dem Ergebnis, dass ich in der Metro eingepennt bin. Was die Biersorten angeht, habe ich mich nach einigen Experimenten, bei denen ich versehentlich auch alkoholfreies Bier probierte, schliesslich für (also original Nevskoje) und Baltika entschieden. Ausserdem gibt es noch so eine Art Malzbier, Kvass genannt. Wenn es richtig kalt ist, erfrischt es ganz gut. Doch wehe, wenn es warm wird. Dann schmeckt es unweigerlich nach vergorenem Büffelurin.


Mode

Schuhe Frauenmode in St.Petersburg ist sicherlich ein eigenes Kapitel und kaum vergleichbar mit anderen russischen Städten. Meine Expertise diesbezüglich hält sich jedoch in Grenzen, so dass ich mich auf "gefällt mir", "is ok" oder "oh Gott" beschränke. Die vielen Frauen mit Modelfiguren, die auf der Prachtmeile in der St.Petersburger Innenstadt flanieren, lassen andere Sehenswürdigkeiten in den Hintergrund treten. Es geht offentsichtlich darum gesehen zu werden. Manchmal driftet es jedoch ab ins Lager der Magersüchtigen. Die Frauen treten sehr modebewusst auf mit gefärbten, extrem gestyleten Haaren, stilvoll bis opulent geschminkt, bunt getönte, rahmenlose Riesensonnenbrille, figurbetonte Designerkleidung, häufig bauchfrei, dazu passende, möglichst hohe Schuhe und schliesslich in Wagenfarbe, äh dezent zur Schuhfarbe akzentuiert lackierte Fussnägel. Die Prachtmeile in der Innenstadt ist nicht umsonst mit Marmor ausgelegt. Asphalt würde der extremen Flächenpressung der Strohhalm-dünnen Absätze niemals standhalten. Absolut beeindruckend, wenn eine Frau mit derartigen Absätzen in höllischer Geschwindigkeit die ewig lange Metrorolltreppe herunter eilt. Manchmal gibt es jedoch im Eingangsbereich der Metrostationen solche an für sich schon recht engen Roste, wie man sie auch von Almwiesen her kennt. Dort bleibt schon mal der ein oder andere allzu dünne Absatz drin stecken.

Schuhe Auch bei der Männermode fallen einige Besonderheiten auf. Der alle Klischees erfüllende Klassiker, die adidas Trainingshose, ist hier durchaus schichtübergreifend salonfähig. Neben adidas gibt es praktisch keine wettbewerbsfähige Sportmodemarke, kein Nike, Puma oder sonstige. Der modische Russe (zumindest diejenigen, die mir aufgefallen sind) trägt Kurzhaarschnitt, manchmal gestyled, ganz selten gefärbt. Muskelshirt passend zur Trainingshose oder Reissverschlusshemd passend zur Jeans oder Bundfaltenhose sind angesagt. Die Farbpalette beschränkt sich meist auf schwarz, weiss, beige, braun oder grau. Besonders gefallen mir die Schuhe. Diese laufen ein wenig spitz zu und stehen vorne weit über. Sieht ein wenig aus wie Leningrad-Cowboys, wenn man denen die Stiefelspitzen vorn abhackt. Vom Laufen sind die Schuhe vorn meinstens nach oben gebogen.


Sightseeing

Metrofahren ist immer ein Erlebnis. Die tiefste Metro der Welt, es geht bis zu 60 m in die Tiefe - und das für 10 Rubel (ca. 30 ct.). Allein die Rolltreppenfahrt dauert 3 Minuten. Die Stationen sind blitzeblank, manche sogar mit Ornamenten und Kränzen mit Hammer und Sichel verziert. Es herrscht bis zu Windstärke 4 in den Metrostationen, was im schwülen Sommer sehr angenehm ist. Nicht zuletzt ist es eine willkommene Luftveränderung, wenn man nach einem Geruchserlebnis einzigartiger Natur aus einem der in den Stosszeiten vollgestopften Wagen quillt. Hier mischen sich Parfum, Schweiss und Alkohol zu einem Metro No.5 Odeur. Das Metronetz ist einfach zu durchschauen und der Takt ist unschlagbar. Sobald der erste Zug abgeklappert ist, springt die Zeitanzeige über der Tunneleinfahrt auf Null. Meist dauert es keine 3 Minuten und der nächste Zug kommt angeklappert. Zwischendurch erreicht der Zug eine beunruhigend hohe Geschwindigkeit.

Rolltreppe Akademicheskaja


Zusammen mit Marina, einer Bibliothekarin aus St.Petersburg, die ich über Servas kennen lerne, mache ich einen Ausflug nach Repino am Finnischen Meerbusen. Marina spricht nur Russisch oder Französisch, so dass ich gezwungen bin, mein rudimentäres Russisch zu trainieren. In Repino steht das Haus von Ilja Repin, dem berühmten russischen Maler. Das Haus liegt in einem kleinen Wäldchen unweit des Strandes und ist von einem schönen Park umgeben. Repin liess das Haus nach seinen Plänen erbauen. Hier lebte und arbeitete er und empfing seine Gäste, zu denen u.a. Tolstoi, Gorki und Tschaikovski gehörten. 1930 starb er und wurde in dem Park neben seinem Haus begraben. Viele der Räume haben ein Glasdach, damit das Tageslicht hereinfällt. Dadurch hatte er optimale Bedingungen zum Malen. Noch über 80jährig malte er viele Bilder. Da er Probleme mit der rechten Hand hatte, malte er schliesslich mit links weiter. In seinem Atelier sind einige Studienarbeiten zu seinem Werk "Sitzung des Staatsraates" ausgestellt.

Repinhaus1 Repin2
Repinhaus2 Repin1 Repin3



Am Meer zwischen St.Petersburg und Finnland und der viel besungene Vogel Zischig Pischig, der zuviel Wodka getrunken hat und dann in den Kanal gefallen ist (Bild rechts!!!).
Am baltischen Meer Zischig Pischig


Gleich am nächsten Tag gehe ich in das Russische Museum, um mir die Repin Bilder im Original anzusehen. Mit meinem russischen Studentenausweis komme ich für weniger als einen Euro rein. Hier sind etliche Werke russischer Maler ausgestellt, viele Portraits und Szenendarstellungen sowie Landschaftsbilder. Faszinierend ist Repins Darstellung der Gesichtsausdrücke, insbesondere in dem Meisterwerk "Kosaken schreiben einen Spottbrief an den Sultan". Mir gefallen die Bilder, in denen ich immer wieder neue Details entdecken kann. Vor dem Museum steht der berühmte Dichter Puschkin, den hier jedes Kind kennt.
Russisches Museum Puschkin


Das Denkmal an die Verteidiger von Leningrad und die (nicht ganz) 900 Tage dauernde Belagerung. Beachte die Grösse von der Säule und den Skulpturen gegenüber mir neben der Säule auf Bild 4.
Defence of Leningrad 6 Defence of Leningrad 3
Defence of Leningrad 2 Defence of Leningrad 4 Defence of Leningrad 5


Das ist der Blick auf und dann zweimal vom St.Isaaks Dom. Auf dem Platz daneben steht Nicolas I. Beachte, dass das Pferd auf nur 2 Beinen steht, die die ganze Reiterskulptur tragen.
St. Isaak 1 St. Isaak 2
St. Isaak 3 Nicolas I.


Hier geht es in den Avtovo-Zirkus. Die Vorstellung ist sehenswert. Es gibt tolle Artistik am Trapez und am Seil, dressierte Pudel, Katzen und Trampeltiere, Balanceakte und natürlich Clowns.
Zirkus 1 Zirkus 2


Die Peter und Paul Festung an der Neva. Im rechten Bild mit einer der berühmten Klappbrücken davor.
Peter und Paul 1 Peter und Paul 2


Diese Lutherische Kirche diente in der Sowjetzeit als Schwimmbad. Wie im rechten Bild zu sehen, beherbergen heute viele historische Gebäude moderne Feinkostrestaurants.
Lutherische Kirche McD


Das Marsfeld, ein unheimlicher Friedhof und ehemaliges Schlachtfeld, nach dem Kriegsgott Mars benannt. Da passen einige Jugendstilkuriositäten zur Unheimlichkeit.
Marsfeld Spinne


Die Matrioschka, immer noch ein Klassiker, den nur Ausländer kaufen. Oder doch lieber ein Faberge-Ei?
Matrioschkas Ei


Ploschad Vostania, hier beginnt die Prachtmeile Nievsky Prospekt. Auf dass sie immer unter einem guten Stern stehe. Eine zweischneidiges Schwert ist diese Kleopatra. Von den Kanälen aus hat man einen guten Blick auf schöne und weniger schöne Fassaden.
Ploschad Vostannia Kleopatra Spilt Blood Church Ruine


Mit dem Raketenboot geht es nach Peterhof mit den prachtvollen Wasserspielen. Allerdings nur solange bis so ein uniformierter Spassverderber das Wasser abdreht und der berühmte Löwe nur noch vor sich hin gurgelt. Über die Zeit fällt schon mal das ein oder andere Feigenblatt ab von den güldenen Models.
Peterhof Peterhof
Peterhof Peterhof
Peterhof Peterhof
Peterhof Peterhof Oh!


Zurück in der Innenstadt geht es vorbei an Dostojewski, einigen Strassenverkäuferinnen und einigen weniger schönen Ecken zu Fuss und besser nicht mit der Strassenbahn dann endlich zur Ermitage.
Dostojewski Marktfrauen Schittecke
Buckelbahn Buckelbahn
Ermitage Ermitage
Ermitage Ermitage Ermitage Ermitage
Ermitage Ermitage
Ermitage